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FANK und NNSA (Vereinigte Staaten) gründen internationale Arbeitsgruppe zu Insider-Bedrohungen im Nuklearsektor

Auf der Internationalen Konferenz über nukleare Sicherheit (ICONS 2020), die von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) vom 10. bis 14. Februar in Wien organisiert wurde, stellten die Föderalagentur für Nuklearkontrolle und ihr amerikanisches Pendant, die National Nuclear Security Administration (NNSA), die Einrichtung einer internationalen Arbeitsgruppe zur Minderung interner Bedrohungen im Nuklearsektor vor.

Diese Initiative zielt darauf ab, regelmäßig ein Dutzend Mitgliedstaaten zusammenzuführen, um eine gezielte Strategie zur Eindämmung von Insider-Bedrohungen für die nukleare und radiologische Sicherheit zu entwickeln. Diese Arbeitsgruppe wird sich auf eine Reihe spezifischer Themen konzentrieren (Sicherheitskultur, Cybersicherheit usw.) und regelmäßig internationale Workshops organisieren. Das erste Treffen der Arbeitsgruppe ist bereits geplant und wird im Juni 2020 in Brüssel stattfinden.

Der Generaldirektor der FANK, Frank Hardeman, betonte bei dieser Veranstaltung die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit: „Nur durch internationale Bewusstseinsbildung und den regelmäßigen Austausch bewährter Verfahren kann diese Bedrohung wirksam eingedämmt werden“. „Die innere Bedrohung bleibt eine der größten Herausforderungen für den Nuklearsektor“, erklärte Lisa E. Gordon-Hagerty, Leiterin der NNSA und Unterstaatssekretärin für nukleare Sicherheit im US-Energieministerium. „Wir arbeiten mit Partnern in der ganzen Welt zusammen, um dieses bedeutende Risiko zu bekämpfen“.

Die FANK und die NNSA haben diese auf der „Eindämmung von Insider-Bedrohungen“ (Insider Threat Mitigation) basierende Initiative im vergangenen Jahr gemeinsam ins Leben gerufen. Gemeinsam organisierten sie ein dreitägiges Symposium in Brüssel, an dem mehr als 200 internationale Experten aus 50 verschiedenen Ländern teilnahmen, um Erfahrungen und bewährte Verfahren auszutauschen. In Anbetracht des großen Interesses an diesem Symposium beschlossen beide Organisationen, es nicht bei einer einmaligen Initiative zu belassen, sondern eine permanente Struktur zu schaffen. Bei der Veranstaltung in Wien erinnerte Unterstaatssekretärin Gordon-Hagerty auch an die Erfolge, die seit dem Brüsseler Symposium erzielt wurden – darunter die Organisation regionaler Workshops in Argentinien, Chile, Marokko und der Ukraine.

Weitere Informationen: http://insiderthreatmitigation.org/

 

Was ist ein „Insider Threat“ bzw. eine interne Bedrohung?

Es handelt sich um das Risiko, dass jemand, der einer Organisation angehört, seinen Zugang und seine Berechtigungen dazu nutzt, der Organisation zu schaden. Dies kann den Diebstahl von Daten und Technologie einschließen und Schäden an Anlagen, Systemen oder Einrichtungen des Unternehmens verursachen. Es kann auch die tatsächliche oder potenzielle Gefährdung von Mitarbeitern oder andere Handlungen umfassen, die das Unternehmen an der Ausführung seiner üblichen Aufgaben/Verfahren hindern würden.